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April bis Juni 2021
Die Tragödie von Tidewater Island zieht sich im auslaufenden April noch wie Eis über die jetzt wieder grünen Wiesen von Mourning Hill. Sicher, der Schock sitzt weiterhin tief, aber dafür fängt alles an zu blühen und die eine oder andere Person kann sich trotz einem verlorenen oder traumatisierten Familienmitglied auf kurze Hosen und die ausgepackte Sonnenbrille freuen, auch wenn es dafür selbst im Juni noch etwas zu kühl ist. Das Leben geht weiter und für die meisten steht in den kommenden Monaten auch einfach wichtigeres an: Klausuren zum Semesterabschluss, letzte Schularbeiten vor den Sommerferien und für viele Schüler:innen in der Stadt auch das endgültige Finale ihrer Schullaufbahn. Spätestens Mitte Juni kann aber auch hier ein Haken gemacht werden und dem Feiern in lauen Frühsommernächsten steht höchstens noch die Frage im Weg, wie schnell man eine weitere stadtweite Tragödie vergessen kann.


Mourning Hill, Oregon
Das "What Remains Of Innocence" ist ein Real-Life-RPG mit Mystery und Crime-Elementen, das sein L3S3V3-Rating voll ausschöpft, den Realismus mit Füßen tritt und sich mit den Bewohnern einer kleinen, beschaulichen Stadt an der Westküste der Vereinigten Staaten befasst. Der gute Ruf sämtlicher Bildungseinrichtungen eilt ihnen voraus, ihr Glanz überdeckt die düstere Vergangenheit des Ortes, der unter all dem Ruhm nur ein Ziel zu haben scheint: Das Schlechteste in seinen Einwohnern hervor zu bringen.
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Plottracker
•   Crashing hard like it's April 1912
•   Mourning Hill Carnival
•   Shadow Over Tidewater
•   La Boom

La Boom
Von 02.06.2021 bis 02.06.2021

03. Juni 2021 LA BOOM. Erstmals so richtig aufgekommen ist der Begriff 1981, als eine Gruppe Schüler von der Mourning Hill High, inspiriert von dem damals noch in Zeitungen viral gegangen französischen Film La Boum, entschieden, ihren Abschluss zu etwas ganz Besonderem zu machen. Noch heute, über 40 Jahre später, erzählt man sich Geschichten über den sagenumwobenen 3. Juni, als sich hunderte Teenager nach dem Niederlegen ihrer Füllfeder am letzten Tag ihrer Finals auf die Straßen Mourning Hills ergossen und die größte Party veranstalteten, die der Ort je gesehen hatte. LA BOOM. Singend, tanzend, schreiend, vandalierend, marodierend – angesteckt von einer Art französischen Revolution verbrannten die frisch graduierten Kids der Mourning Hill High und ihrer gehobeneren Schwesternschule Hawthorne Academy Mülltonnen, Flaggen und Schulbücher, während hupende Cutlasses, Mustangs und Camaros die Anwohner hupend und mit voll aufgedrehten Kassettenradios bis tief in die Nacht wachhielten. Zwischen Kleinkriminalität und der Erregung öffentlicher Ärgernisse, Brandgefahr, Lärmbelästigung und dem Sprengen gesellschaftlicher Grenzen gipfelte der legendäre Tag am Leuchtturm, einem sagenhaften 10 Meter hohen Lagefeuer am Strand sowie dem Kidnapping eines Lehrers durch seine Schüler und seinem mystischen Verschwinden an jenem Tag. Ein Fall, der bis heute nie geklärt werden konnte. Und ein Geist mehr, der in den Köpfen der Bevölkerung spukt, wenn die Feuerzungen am Sternenhimmel lecken und kleine Opfergaben in die Flammen geworfen werden, um jene verloren gegangene Seele nicht nur um Verzeihung, sondern auch einen guten Start ins Berufsleben zu bitten.

Bis heute ist La Boom in Mourning Hill eine gut gepflegte, wohl gerühmte Tradition. So sehr, dass angrenzende Ortschaften und zum Teil Schüler aus anderen Bundesstaaten anreisen, um am 3. Juni dem – heute vielleicht etwas organsierteren – Chaos beizuwohnen und die größte Party ihres Lebens zu feiern. Auch heute noch hat das MHPD alle Hände voll zu tun, die Schüler und jungen Erwachsenen in Zaum zu halten, die die Straßen in der Nacht des 3. Juni unsicher machen. Die Notaufnahme ist voll mit mittelschwer verletzten Kids, der Beschwerdebriefkasten der Gemeinde platzt aus allen Nähten. Und trotzdem hat das Datum etwas kathartisches, denn niemals nie sind sich die Schüler der beiden sonst so verfeindeten Schulen in Mourning Hill näher als in dieser Nacht. Geld, Einfluss, Herkunft, Bildungsgrad, Sexualität, Identität. Alles verschwimmt, alles tanzt, alles brennt. Nach der Tidewater-Tragödie steht in den Sternen, ob und wie die wilde Fete den gleichen Charakter haben wird wie in den Jahren zuvor. Können beunruhigte Eltern ihre Kinder zuhause festhalten oder sprengt die Jugend von heute auch dieses Jahr wieder alle ihre Ketten?

Wie heißt es doch so schön? Teenagers scare the living shit outta me.


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